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2011.04.19

ArbeitsKreisReserveOffiziere

Bericht zum AKRO-Koeln-Vortrag vom 19.04.2011. “STRATAIRMEDEVAC und TACAIRMEDEVAC”                                Als Leitender Sanitaetsoffizier der Luftwaffe beim Luftwaffenfuehrungskommando ist Oberstarzt Dr. Gesine Krueger fachdienstlich zustaendig fuer die organisatorische Bereitstellung der luftwaffenseitigen Anteile bei STRATAIRMEDEVAC und TACAIRMEDEVAC. Nach einer kurzen Darstellung der Strukturen des Fliegeraerztlichen Dienstes der Luftwaffe und des Zentralen Sanitaetsdienstes der Bundeswehr legte sie in ihrem Vortrag die hohe Bedeutung von AirMedEvac-Fluegen dar und stellte dabei die besondere Anforderungen an ein leistungsfaehiges Lufttransportsystem dar. Ein gut funktionierendes System zur Rueckholung Verwundeter, Verletzter und Erkrankter hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Moral der Truppe. Die C-160 Transall ist aktuell in der MEDEVC-Version fuer taktische AirMedEvac-Einsaetze innerhalb des Einsatzgebietes Afghanistan eingesetzt. Diese umfassen den Sekundaertransport von zumeist medizinisch vorversorgten, stabilisierten Patienten innerhalb des Einsatzgebietes zu einer militaerischen Sanitaeätseinrichtung mit adaequater medizinischer Versorgungsmoeglichkeit und die Verlegung von Patienten nach Termez/Usbekistan, von wo aus in der Regel der Anschlussflug nach Deutschland mit Airbus A310 oder Challenger CL-601 stattfindet. Die medizinische Ausstattung der C-160 Transall MEDEVAC umfasst im Einsatz in Afghanistan zwei Patiententransporteinheiten (PTE) mit moderner intensivmedizinischer Vollausstattung, wie z. B. Beatmungsgeräten, Defibrillatoren und Infusionspumpen für die Befoerderung von intensivpflichtigen Schwerverletzten sowie weitere sieben Plaetze mit Krankentragen (Litter-Kit) und intensivmedizinischer Ueberwachungsmoeglichkeit. Für die medizinische Besatzung stellt die Luftwaffe immer den sogenannten Medical Director (MD), einen besonders qualifizierten Fliegerarzt, der die medizinische Gesamtverantwortung waehrend des Lufttransportes traegt, und einen luftfahrzeugtechnisch ausgebildeten Medizingeraetetechniker, der fuer den ordnungsgemaessen Einbau des Ruestsatzes und die medizinische Sanitaetsausstattung der PTE verantwortlich ist. Zur unmittelbaren fachaerztlichen Betreuung der Patienten stellt der Zentrale Sanitaetsdienst der Bundeswehr die medizinische Fachbesatzung, die grundsaetzlich aus bis zu zehn notfallmedizinisch ausgebildeten Fachkraeften besteht, darunter zumindest ein Facharzt fuer Anaesthesie.
Fuer den Weitertransport von Termez/Usbekistan nach Deutschland im Rahmen STRATAIRMEDEVAC wird je nach Anzahl der zu transportierenden Patienten in der Regel entweder ein Airbus A310 oder eine Challenger CL-601 eingesetzt. Die Leistungsfaehigkeit des deutschen Systems des qualifizierten Lufttransportes von Verwundeten, Verletzten und Kranken wird durch die internationale Reputation sowie das ausgepraegte Interesse anderer NATO-Staaten unter Beweis gestellt. Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion zu dem Thema statt.                                                                                        Fredo Landvogt

Foto der Teilnehmer